Neuseeland

01 Mai 2007

Der wilde Westen

Den Beginn des Aprils verbrachte ich in Perth. Anfangs noch in einem günstigen Hostel mit einem Zimmer ohne Fenster untergebracht entschied ich mich schnell umzuziehen. Aber das einzige Hostel in welchem noch etwas zu bekommen war, lag in Cottesloe etwas außerhalb von Perth, dafür aber direkt am Strand. Perth selbst ist eine tolle Stadt, in der ich mir durchaus vorstellen könnte länger zu leben. Mein Tagesablauf sah hier wie folgt aus:

8:00 Aufstehen und Frühstücken
9:00 Es geht zum Strand… strahlend blauer Himmel und angenehm warmes Wasser.
14:00 Auf in die Stadt… ein bisschen shoppen, Internet surfen, Eisessen, Recherche für den Rückflug
17:35 wieder zurück in Cottesloe… schnell noch eine Flasche Wein besorgt, ein paar Weintrauben und ab an den Strand den Sonnenuntergang anschauen danach die Sterne und Sternschnuppen
20:00 (gefühlt 23:00 Uhr) begann ich müde zu werden, um dann um
22:00 Uhr ins Bett zu gehen.

Dieser Tagesablauf sollte sich aber schnell ändern und zusammen mit Christiane, die ich schon aus Neuseeland kannte, ging es abends, fast täglich, zu irgendeiner Backpacker Party. Der Eintritt war immer kostenlos und manchmal gab es sogar noch Abendessen dazu.


Perth bei Nacht


Und nochmal Perth bei Nacht


Das ist der Cotesloeer Strand und im Hintergrund mein Hotel / Hostel


Christiane und ich

Für meinen finalen Trip plante ich mir ein Auto zu mieten und in Richtung Broome entlang der Westküste zu fahren. Die 10 Tage in Perth vergingen rasend schnell. Am vorletzten Tag jedoch lernte ich die beiden Estländerinnen Kairi und Ann kennen die rein zufällig auch nach Broom wollten und mir anboten Sprit und Mietkosten zu teilen. Gesagt, getan und das große Abenteuer zu dritt konnte starten…



In Australien kann man sich schnell einmal verschätzen was die Entfernungen angeht. Deshalb hier der Vergleich Europa - Australien.


Ein Überblick über meine beiden Trips an der Ost- und Westküste Australiens.



Die Eckdaten des Westküstentrips: 6250 km in 14 Tagen.


Gleich am ersten Tag besuchten wie die Pinnacles im Nambung Nationalpark. Gerade zum Sonnenuntergang sahen wir, neben den beeindruckenden Termitenbauten und den Farben auch noch einen sehr talentierten Aboriginal Tänzer ;-)


Pinnacles im Nambung Nationalpark


Pinnacles im Nambung Nationalpark


Pinnacles im Nambung Nationalpark


Kairi, Ann und ich waren auch dort :-)


Aus dem Nichts tauchte auf einmal der Schatten eines Aboriginal Tänzers auf.


Und er tanzte...


...und tanzte...


...und tanzte...


...und tanzte...


...aber bei Sonnenuntergang war er verschwunden...

Der Vorteil, den das Reisen zu dritt mit sich bringt, ist, dass wir meistens einen Raum zusammen bekamen und wir so vor Schnarchern geschützt waren. Ok, ok, es gab auch einen Nachteil…. Während ich mir ohne weiteres auch einmal vorstellen konnte nicht zu duschen, waren die beiden Mädchen ganz anderer Meinung und brauchten je eine Stunde im Bad. Was natürlich ein frühzeitiges Aufbrechen etwas behinderte.

Laut der Mietwagenbedingungen war es uns verboten, mit dem Auto in der Dämmerung sowie Nacht und auf nicht asphaltierten Straßen zu fahren. Das haben wir dann gleich missachtet und sind in den Kalbarri National Park auf Sandstraßen gefahren. Was uns dann aber auf dem Parkplatz erwartete, damit hatten wir nicht gerechnet. Da waren SIE… tausende von Fliegen, die auf der Suche nach Nahrung und einem Platz zum Eier ablegen waren. Am liebsten mochten sie die Nasenlöcher und die Augen. Wenn man aber versehentlich doch etwas zu sagen hatte, dann auch den Mund. Selbst mit meiner eng anliegenden Sonnenbrille hatte ich keinen Vorteil. Sie flogen über das Ohr, krabbelten an der Seite unter die Sonnenbrille herein, waren dann im Paradies und labten sich an meiner Tränenflüssigkeit. Dies alles brachte uns dazu diesen Nationalpark mit einem Geschwindigkeitsrekord anzuschauen.


Die Gorges im Kalbarri National Park


Die Gorges im Kalbarri National Park


Nature Window im Kalbarri National Park


Kalbarri National Park


Nature Window von der anderen Seite


Ich genieße den Ausblick mit meinen Freunden den Fliegen...


Und nicht vergessen... Hut tut gut ;-)

Die Nacht verbrachten wir in Monkey Mia. Wir waren vorher doch wirklich der Annahme gewesen, dies sei eine kleine Stadt. Aber weit gefehlt, es war nur ein Ressort, bekannt dafür das einige Delphine immer zu einer bestimmten Zeit an den Strand schwimmen und sich füttern lassen.
Dieses kommerzielle Spektakel durften wir uns zusammen mit ca. 50 anderen Touristen am nächsten Tag nicht entgehen lassen, um uns danach mit „swimming with Pelicans“ zu vergnügen und uns am Strand zu sonnen. Am späten Nachmittag brachen wir dann wieder auf.


Monkey Mia aus Vogelperspektive (Danke an Google Maps)


Diese netten Delphine kamen an den Strand


Diese netten Delphine kamen an den Strand


Sonnenbaden mit den Pelikanen


Er mochte mich nicht :-(


Kurzer Stopp und Sprung beim Shell Beach


Und jetzt nochmal ALLE


Auf dem Weg zum nächsten Ziel kreuzten wir auch den Wendekreis des Steinbocks, den ich auch schon aus Namibia kannte.


Und noch ein schöner Ort auf unserer Tour


Bruce Lee wäre stolz auf uns...

Um einmal wieder auf die Mietbedingungen des Autos zu kommen… Es war ja verboten bei Dämmerung und Nacht zu fahren. Leider ließ sich dies diesen Tag nicht vermeiden und nun wussten wir auch warum es nicht so gut ist. Überall am Straßenrand standen Tiere und so suchten 6 Augen systematisch die Straße ab.
Ein typisches Kommando war dann: Links Ziegen! Rechts Kangaroo! Links Kühe! Mitte totes Etwas!
Die beste Möglichkeit unbeschadet durch dieses Gebiet zu kommen war, sich von einer Road Train überholen zu lassen und ihn als Schutzschild zu verwenden.


Das ist aber nur eine Kleine... Ich sah welche die 6 Hänger hatten.

Endlich in unserer geplanten Durchgangsstadt angekommen fanden wir auch gleich ein Hostel, welches zu den bis dato Favoriten der negativ Liste gehörte. Möbel die dem siebziger Jahre Ostdeutschlandstil alle Ehre machten. Eine Dusche in die ich vorwärts rein und rückwärts raus musste, da Bewegungen fast unmöglich waren. Und dann waren da noch unsere Mitbewohner des Zimmers, die Kakerlaken. Bis jetzt war ich nur der kleineren Spezies (4 cm) begegnet und war nun doch über die mögliche Größe von 8 cm recht überrascht. Nach dem ich in unserem Zimmer ein wenig „Klatsch die Kakerlake“ gespielt habe, versuchten wir mit dem „sanften“ Geräusch des Klimaanlagengenerators, der sich dummerweise direkt unter unserem Fenster befand, einzuschlafen…

Bis jetzt hatten wir immer Glück mit unserem Quartier. Dies sollte sich aber in Coral Bay ändern. So verbrachten wir also unsere erste Nacht unter dem Sternenhimmel mit Wein, Mozarella, Keksen und Weintrauben, eingepackt in unsere Schlafsäcke. Um ungefähr 22:00 Uhr bekamen wir dann noch Besuch von ein paar Jugendlichen die sich ihren Weg direkt durch unser Schlafzimmer zur Party bahnten. Irgendwann gegen 23:00 Uhr bin ich eingeschlafen.

Eine der schönsten Sachen die man in Coral Bay machen kann ist das Schnorcheln. Dies taten wir dann auch und zogen am Nachmittag weiter in Richtung Exmouth.


Coral Bay aus Vogelperspektive


Das war es Coral Bay mit diesem tollen Wasser


Und wir hatten Spass


mehr Spass


...und noch mehr...






...aber so lustig war es für mich dann doch nicht.

Die nächste Strecke von 577 km nach Tom Price wollten wir an einem Tag bewältigen.
Um einmal richtig Nervenkitzel zu haben erreichten wir pünktlich zur Dämmerung die 80 km lange Schotterstrasse durch das Outback nach Tom Price. Also wieder das gleiche Spiel: Alle hielten Ausschau nach Tieren… Nach dem wir die Dämmerung damit gut überstanden hatten, wurde es Nacht. Das war aber keine Nacht wie wir sie in Europa kennen, diese war richtig schwarz und dunkel. Nur die Sterne und der Kegel meines Scheinwerferlichtes war noch zu sehen. Auf einmal standen dort mitten auf der Straße 12 Kühe. Ich scherzte noch „Na zum Glück keine Bullen“, aber in diesem Augenblick berichtigten mich meine beiden Begleiterinnen schon. Ein Bulle war direkt in den Kegel des Scheinwerferlichtes gelaufen und bewegte sich auf uns zu. Unter aufkommender Panik der Beiden, zugegeben ich hatte auch ein wenig Herzklopfen, schaltete ich in den Rückwärtsgang, das Licht aus und fuhr. Das nächste Problem war: ich konnte nichts mehr sehen. Also wieder das Licht an und siehe da, der Bulle dachte wohl das wir nachgegeben haben und bewegte sich auf die andere Straßenseite zu. Nach weiteren 10 Minuten warten, war die Straße soweit frei das wir unsere Fahrt fortsetzen konnten. Langsam wurde uns allen immer mulmiger im Bauch. Was wäre wenn wir hier unser Auto kaputt geht oder wir einen Unfall haben? Getrieben durch das Adrenalin was jetzt zu Hauf ausgeschüttet wurde, fuhren wir jetzt noch vorsichtiger.

Nach weiteren 40 km, wir mussten schon kurz vor dem Ziel sein, tauchte auf einmal etwas dunkles auf der Straße auf. Langsam rollten wir heran. Es war ein riesiges Wasserloch, welches direkt auf der Straße lag und zu groß war um mit dem Auto (kein 4x4) hindurch zu fahren. Da ich diese Situation schon aus Namibia kannte, war das jetzt Männerarbeit und ich stieg aus und fand auch einen Weg an der Seite vorbei. Nur lagen dort noch viele große Steine, die ich alle im Scheinwerferlicht wegräumte. Beim letzten Stein allerdings lief eine handgroße schwarze Spinne unter oder neben dem Stein hervor, was mir fast einen Herzinfarkt einbrachte. Nun rannte ich schnellstmöglich mit meinen Flip Flops und kurzer Hose wieder zurück ins Auto und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen.

Es war mittlerweile 21 Uhr als wir Tom Price erreichten. Leider war es wieder mal nicht möglich eine Unterkunft zu finden.
Dank der Negativerfahrung mit der Spinne erntschieden wir uns diesmal, schwarz auf einem Campingplatz im Auto zu schlafen.

Was mit zwei Leuten in einem großen Auto in Neuseeland noch komfortabel war, war mit 3 Leuten in einem Kleinwagen ziemlich unmöglich.
4 gute Gründe warum man mit 3 Leuten nicht im Auto schlafen sollte:

  1. die Wärmeentwicklung: bei 3 Leuten ,wo es draußen sowieso schon 20 Grad sind, ist extrem
  2. die Mücken: nach dem öffnen des Fensters fühlten sich die Mücken von uns doch sehr angezogen und versüßten uns den Schlaf mit ihrem summen und stechen
  3. der Platz: die Sitze hatten weniger Freiraum und Neigung als im Flugzeug da auf der Rückbank auch noch jemand schlief.
  4. die Geräusche, da bei wenig Platz jeder Versuch so komfortabel wie möglich zu liegen ein Geräusch erzeugt (rascheln, quietschen, grunzen)


Nach rund 3 Stunden Rumgedöse und dem steigenden Unmut über die oben genannten Gründe, entschied ich mich das Auto zu verlassen und mit meinem Schlafsack nach draußen umzuziehen.
Die Mücken haben sich darüber natürlich auch sehr gefreut, war ihr Opfer doch jetzt direkt erreichbar…
Also zog ich alle Schnüre an meinem Schlafsack so fest zusammen, dass nur noch ein kleines Luftloch zum Atmen blieb. Dass es sehr warm in dem Schlafsack war brauche ich wohl keinem erzählen aber wenigsten konnte ich meine Beine ausstrecken. Das klappte soweit auch ganz gut und bis auf den kleinen Wanderweg, von ein paar Ameisen, der natürlich direkt durch meinen Schlafsack führte, konnte ich gut schlafen.


Eine Wanderung im Karijini Nationalpark


Eine Wanderung im Karijini Nationalpark


Dieses Ninjakostüm half im Kampf gegen den Terror... die Fliegen


Einer der "kleinen" Termitenbauten die einfach so am Straßenrand standen.

Die nächste Nacht verbrachten wir in Port Hedland. Eine der dreckigsten und ungemütlichsten Städte die ich je gesehen hab. Laut Lonly Planet sollte es dort 2 Backpacker und mehrere Hotels geben. Gab es aber nicht… Durch einen Taifun wurden bis auf ein Hotel alle anderen zerstört und die Backpacker hatten mangels Kundschaft schon vorher geschlossen, wie uns ein Einheimischer mitteilte. Die einzige Möglichkeit zu schlafen, war in dem Caravan Park etwas außerhalb. Unser Quartier war ein kleiner 2 Bett Wohnwagen, den wir aber mit den Sitzkissen der Sitzgruppe zu einem 3 Bett Wohnwagen umfunktionieren konnten.

Die letzte Nacht vor unserer Ankunft in Broome, verbrachte ich mit einer Flasche Wein alleine am Strand unter einem sagenhaften Sternenhimmel mit vereinzelten Sternschnuppen. Da wir immer noch kein Zelt besaßen und auch keine Kabine zur Verfügung stand, war für diese Nacht wieder draußen schlafen angesagt. Als ich aber von meinen Sternenbeobachtungen zurückkam, hatten meine beiden Begleiterinnen schon das Auto okkupiert. Und ich durfte die Nacht mal wieder auf dem Grasboden, mit meinen Freunden den Ameisen, verbringen.


Der Weg zum 80 Milen Beach... natürlich nicht asphaltiert ;-)


Es machte richtig Spass immer mehr verschiedene Muscheln zu finden...

In Broome angekommen, sollte sich aber das gleiche Schauspiel wiederholen: Alle Hostels waren ausgebucht. Bei unserer Nachfrage in der Touristen Information, fiel der lieben Frau ein, dass das Mangrove Hotel einige Räume für Backpacker zur Verfügung stellt. Wie es der Zufall wollte war auch noch drei Plätze frei. In diesem fünf Sterne Hotel verbrachte ich zwei richtig schöne Tage, mit Ausflügen zu unseren zwei Pools, einem Tanz mit Aboriginals in einer lokalen Disko, klettern an der Steilküste und dem unter den Top 5 Stränden in der Welt gelisteten Cable Beach.


Broome von oben


In dem Mangrove Hotel haben wir gewohnt (roter Punkt)


Der Cable Beach. Und ja ihr lest richtig 31 Grad Wassertemperatur


Der Sonnenuntergang kommt näher


und los gehts...


schön...


Die Drei von der Tankstelle...


Dort haben wir lecker gegessen und Wein getrunken, bis mir eingefallen ist, dass ich noch fahren muss...


Das ist einer von den beiden Pools im Mangrove Hotel.

Nach meiner Abreise aus Broome, ging es für mich alleine wieder zurück nach Perth. Die 2500 km lange Strecke hatte keine Sehenswürdigkeiten und so fuhr ich am ersten Tag 1000 km am zweiten 800 km und am dritten 700 km. Meine Nächte verbrachte ich im Auto, immer in der Nähe eines Caravan Parks, in den ich mich zum Duschen schlich. Wieder in Perth angekommen, hatte ich noch einen Tag zeit um Souvenirs zu shoppen um mich dann über Singapore auf den Rückflug zu begeben. Good Bye Australia!!! I’ll come back!!!



07 April 2007

Eins, zwei Osterei

Ich wünsche allen ein frohes Osterfest mit vielen Osteriern vom Osterhasen Hier in Perth ist es im Moment schon Herbst und eine Osterstimmung will so richtig nicht aufkommen. Die letzten Tage habe ich mit dem Organisieren meiner Rückreise, einem Hunderennen, shoppen und am Strand zugebracht. Wie es so zu Ostern üblich ist, habe auch ich ein kleines Osterei versteckt mit dem Namen „Die Südinsel“. Also dann, noch viel Spass beim Suchen.

15 März 2007

Abenteuer 4x4 Tour oder 3 Tage und 2 Nächte (ohne Schlaf)

Hallo alle zusammen, da ich leider immer noch an dem Südinselpost schreibe und es irgendwie immer länger wird, stelle ich jetzt schon etwas von Australien in den Blog. Ich verspreche aber, meine Südinselerlebnisse so schnell wie möglich zu aktualisieren. Nun springen wir also schon mal zum Fraser Island. Die Wochen davor habe ich mich an vielen Stränden entlang der Ostküste herumgetrieben und gesonnt, gesurft, gebadet u.s.w.. Angefangen hat alles in Sydney und dann immer Richtung Norden. Aber dazu mehr in einem der nächsten Posts...

Fraser Island

Um einmal richtig was zu erleben, haben Steffen und ich uns eine 4x4 Tour gebucht. Zusammen mit weiteren neun Unbekannten sollte es also sein. Das Reisebüro, welches uns diese Tour verkaufte, war sehr fleißig, denn alle die mitkamen haben bei diesem Reisebüro gebucht. Dies war also nun unsere Gruppe, mit welcher ich die nächsten 3 Tage auf engstem Raum verbringen durfte.


unsere Gruppe v.l.n.r. Hannah (UK), Steffen(D), Emily (UK), Jony (UK), Hayley (UK), Amy (UK), David(S), Ina (S)
nicht auf dem Bild: Carina(DK), Marie(DK), Tobias(D)

Am Anfang, beim Briefing, hatte ich mich als Fahrer für diese 4x4 Monster gemeldet und das durfte ich dann auch für den gesamten Zeitraum bleiben. Nach den ersten Metern mit „Betty“ einem alten 3 Liter Diesel 4x4 Jeep war ich mir meiner Sache schon nicht mehr so sicher. Schaltgetriebe mit Schaltknüppel auf der linken Seite, einen Wendekreis wie ein Trecker und sehr abwürgefreudig. Mittlerweile ist sie mir aber richtig ans Herz gewachsen...

Am ersten Tag machten wir auch gleich an zwei sehr schönen Seen stopp, an denen das Baden richtig Spaß machte. Die Fahrt selber ging größtenteils durch weichen Sand und Dschungel, was mir als Fahrer natürlich auch richtig gefallen hat.


See auf Fraser Island


Ein anderer See auf Fraser.


Unser erstes Camp direkt am Strand.

Wie ich vorher aus Gesprächen in Neuseeland schon erfahren durfte, sollten es in Australien entlang der Ostküste viele trinkende Engländer geben. Und was lernt man, wenn fast die Hälfte der Gruppe aus solchen Leuten besteht? Natürlich: Trinkspielchen! ;-) Zum einen war das „Ring of Fire“: In diesem wurde ein Kartenspiel rund um eine Tasse gelegt und jeder musste nacheinander eine Karte mit verschiedenen Bedeutungen ziehen. Fast jede Karte bedeutete aber, dass man selbst oder jemand anderes etwas trinken musste... Das Zweite war ein lustiges Spiel, welches den Teilnehmern nicht nur das Zählen bis 20 sondern auch das Letzte der motorischen Fähigkeiten, mit der Hand die eigene Schulter zu berühren, abverlangte.


Froehlich, gesellig sassen wir im Camp zusammen.


Ein kleiner Begleiter, der mit uns gefeiert hat.

Zum Abendbrot gab es aber nicht nur Alkohol, wir haben auch gekocht ;-). Es gab Spagetti Bolognese. Da wir aber kein Salz und Pfeffer gekauft haben, gab es ungewürtzes Hack in Tomatensauce mit ein wenig Sand. Mhhhhhmmm....

Die Nacht verbrachten wir campender Weise in Zelten und ich natürlich mit meinem in Neuseeland erworbenen bis -10 Grad Cel. gehenden Schlafsack, was sich natürlich als nicht so clever herausstellte, da die Nachttemperaturen bei über 28 Grad lagen. Nach stundenlangem Rumgewältze und Geschwitze entschied ich mich der Hitze in diesem Zelt zu entkommen und an den Strand zu gehen, um dort zu schlafen. Gesagt, getan. Bei einem einmaligen Sternenhimmel, einer kühlen Briese und dem gleichmäßigen Rauschen des Ozeans nickte ich auch kurz weg. Das sollte aber nur kurz anhalten, denn ca. eine Stunde später im Morgengrauen, hatten sich unzählige Fliegen um mich versammelt, um mich auch noch kräftig zu beißen. Diese Fliegen haben nicht die Größe der in Deutschland bekannten gemeinen Stubenfliege, sondern die einer Hornisse. Und die Bisse, wie sich bestimmt jeder Vorstellen kann, tun um das Größenverhältnis mehr weh und jucken. Nachdem ich nun begonnen hatte, die mich zu attackierenden Fliegen durch Schläge und sogar einige Treffer entgegenzustellen, sah ich einen sagenhaften Sonnenaufgang.


Mein neugewonnener Freund beobachtete mit mir zusammen den Sonnenaufgang.


Was soll ich dazu sagen... Schoennnnnnnn


Das sieht zwar aus wie ein Sonnenuntergang ist aber ein Sonnenaufgang.

Am diesem Tag verlief die Route 50km den Strand entlang zum Indian Head, einem Kliff von dem man neben einer sehr schönen Aussicht auch Haie beobachten kann. Die unglaubliche Hitze mit der der Tag begann steigerte sich und die Gewissheit, heute nicht in den Genuss eines erfrischenden Bades zu kommen, obwohl man doch an einem Ozean ist, machte den Aufstieg zu einer Tortur.


Der Weg entlang des Strandes war nicht immer so einfach.


Der Aufstieg zum Indian Head.


Atemberaubende Aussicht in absoluter Hitze.


Auf dem Rueckweg kamen wir an einem alten Schiffswrack vorbei.

Den Abend verbrachten wir wieder mit...??? Ja, richtig Trinkspielchen. Für diese Nacht hatte ich allerdings vorgesorgt und jegliche Belüftungsschlitze und Fenster am Zelt aktiviert. Womit ich allerdings nicht gerechnet habe, war zunehmender Wind. Dieser blies genau in das Fliegengitter an dem ich lag und brachte seinen Freund den Sand mit. Mein Schlafsack verwandelte sich langsam zu einer kleinen Sanddüne und ich konnte an jeglichen Regionen des Körpers Sand spüren. Dies wiederum hatte zur Folge, dass mein Schlaf wiedermal kurz ausfiel.


Unser zweites Camp.


Unsere Freunde die Dingos schlichen Nachts um unser Zelt. Dieser schlich beim Indian Head um unser Auto.

Am letzten Tag dieser Tour ging es zurück zum Hostel. Vorbei an zwei wunderschönen Seen die mich zum Baden einluden und einer Sandstraße gespickt mit sehr vielen Schlaglöchern.


2,5km zum See mit steilem Aufstieg war so lang das alle Frische wieder weg war...


Schoen, schoen.


Da wuerde sogar Flipper ganz blass vor Neid werden bei meinem Sprungtalent ;-)Abzug gabs nur in der B Note...

Endlich wieder im Hostel angekommen erfreute ich mich einer Dusche, entfernte den sich über 3 Tage angesammelten Sand,der wirklich überall war und ging ins Bett.

07 März 2007

Die Südinsel

Nach unserer Ankunft in Picton und der Übernahme unseres 2,5 Liter V6 Toyota Camry Luxior brachen wir in Richtung Nelson auf. So eine kurvige Strecke bin ich noch nie gefahren. Aber etwas hatte sich geändert.... Mit diesem Auto konnte ich jetzt auch bergan beschleunigen und bin nicht fast stehen geblieben, wie mit dem guten 1,1 Liter Sparsamauto. Einen Nachteil hatte der Spaß natürlich: Der Benzinverbrauch lag bei 10 Litern auf 100 km und ging unseren ganzen Trip von rund 4000 km auch nicht runter.


Eine kleine Übersicht über die Strecke die wir gefahren sind...

Einen kleinen Makel hatte das Auto aber dennoch: Es spielte nur ein hinterer Lautsprecher. Für zwei deutsche Ingenieure natürlich ein unzumutbarer Zustand, der behoben werden musste. Und so bastelten wir ca. 2 Stunden an diesem Radio herum. Zwischendrin qualmte es mal kurz (der Schaltplus hat wohl die gesamte Leistung liefern müssen) und die Lautsprecherpaare waren auch mal verkehrt angeschlossen. Der Aufwand sollte sich aber lohnen, da wir nun ein Zweiwege, vier Boxen HIFI System hatten, welches jeden Bassrollenbesitzer blass werden ließe ;-)


Was für ein Kabelsalat...


Spaß bei der Arbeit!

Unsere erste Unterkunft war eine ehemalige Schule und recht skurril. Nachdem wir am nächsten Tag schön ausgeschlafen haben ging es weiter zum Abel Tasman National Park. An diesem Tag war strahlender Sonnenschein und bei einem erfrischenden Bad an einem goldgelben Strand entspannten ich mich. An diesem Abend trafen wir in unserem Hostel Tobias und Maritt, das besagte Pärchen, welches uns ca. 2 Stunden mit Milchfabrik Erfahrungen piesackte und mir die Tongariro Crossing Bilder zur Verfügung stellte.


Ich sag nur 2 Stunden ;-)


Parken und Picknick direkt am Strand.


Goldgelber Sand und glasklares Wasser.

Am darauf folgenden Tag hatten wir eine Tageswanderung im Abel Tasman geplant. Aber bei meinem Glück mit Tageswanderungen regnete es natürlich am Morgen. Auf Grund meiner Negativerfahrungen mit Regen und Tageswanderungen entschieden wir uns, zusammen mit Christiane aus Magdeburg „The ... Hole“, ein ca. 100 Meter tiefes Loch, zu besichtigen. Der kurze Wanderweg war nicht sehr anstrengend und als wir das vermeidliche Loch erreicht hatten, waren wir doch etwas enttäuscht, da ausser Nebel nichts zu sehen war. Aber weit gefehlt, das war nur der Ausguck, was wir dann auch nach 1,5 Stunden da oben feststellten. Am Loch war es wieder wie daheim, alles sprach deutsch.


Nebel am Ausguck


Steffen und Christiane am Abgrund


Das eigentliche Loch...

Auf dem Weg zur Westküste kreuzten wir dann noch die längste Schwingbrücke Neuseelands. Mit uns zusammen besichtigten auch noch ein paar tausend Sandfliegen diese Brücke und brachten uns
vierzehn Tage anhaltende Erinnerungen. Am liebsten mögen sie die Knöchelregion...


Die Schwingbruecke


Und da war sie: Die Westküste


Direkt am Straßenrand: Die Pancake Rocks


Auf dem Weg zum Franz Josef Gletscher machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Arthurs Pass

Wie viele andere Touristen durften auch wir eine Gletschertour nicht missen. So buchten wir eine ¾ Tages Gletscherwanderung. Nach einer knappen Stunde Wandern erreichten wir dann endlich den Gletscher und schnallten uns unsere Spikes unter die Schuhe. Die Gruppe wurde in zwei Teams aufgespalten. Eine Top konditionell hochleistungsfähige und eine die das nicht war. Ich wählte natürlich die Erste. Meine Vermutung, dass jetzt eine harte Kletterpartie folgt, wurde leider nicht bestätigt. Einen Großteil der Zeit sahen wir dem Guide beim Stufen in das Eis hacken zu. Es gab aber auch ein paar Aufregende Situationen: Wir mussten uns an einem Seil am Eis hochziehen, uns durch eine 60 cm breite Spalte zwängen und über einen kleinen Abgrund springen.

Der Rückweg wurde dann doch etwas Anspruchsvoller, aber nicht weil wir konditionell an unsere Grenzen stießen, sondern weil wir dank der zahlreichen, nicht mit dem Zeitplan des Guides vereinbarten, Fotosessions die Gruppe verloren und sie auch nicht mehr sahen. So wählten wir den Rückweg über den wir gekommen waren. Auf nahezu halber Strecke abwärts sahen wir unseren Guide von einer Anhöhe rufen das wir wieder zurück, bergauf zu ihm kommen sollten. Das erste mal an diesem Tag habe ich dann auch geschwitzt. Der restliche Weg zum Parkplatz verlief dann reibungslos ohne irgendwelche Extratouren unsererseits. Ich habe sogar ein schönes A3 Zertifikat für die erfolgreiche Besteigung des Gletschers erhalten und darf mich jetzt Gletscherbesteiger nennen...


Der Weg zum Gletscher


60cm Spalte


Der Gletscherking


und nochmal


Besteigen der Eiswand


Der oberste Aussichtspunkt

Bis jetzt hatten wir mit unseren Unterkünften, die wir meist am selben Tag (Abend) buchten, Glück. Dies sollte sich aber in Wanaka ändern. Wir erreichten Wanaka um 18 Uhr und hatten also noch 3 Stunden Zeit eine Unterkunft zu finden. Dies stellte sich aber als äußerst schwierig heraus. Die Mitarbeiterin des YHA-Hostels schüttelte nur mit dem Kopf und meinte das alle Unterkünfte mindestens einen Tag im voraus gebucht werden müssten. (Ausgebucht) Auch bei allen weiteren Backpacker und Motels hatten wir kein Glück. (Ausgebucht). Nach dreistündigem herumirren entschieden wir uns, unsere erste Nacht im Auto zu verbringen. Nach einer weiteren Stunde der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz fanden wir endlich einen Campingplatz, der uns Beiden gefiel. Da ich noch vorgeschädigt von den Sandflys an der Schwingbrücke war, öffneten wir die Fenster nur ganz minimal, was dem Schlafklima natürlich nicht so gut tat. Nun lagen wir bei gefühlten 30 Grad im Auto mit der Angst im Nacken morgen früh wie ein Streuselkuchen auszusehen. Die Hitze steigerte nochmal, als ich mich mit meinem guten -10 Grad Schlafsack zudeckte. Aber vielleicht könnte ja in der Nacht auf einmal ein Schneesturm kommen und ich brächte ihn ;-). Nach gequälten 6 Stunden ging endlich die Sonne auf und wir setzten unseren Weg fort nach Queenstown vorbei an zwei wunderschönen Seen (Mittelerde lässt grüßen).


Wanaka See 1


Wanaka See 2


Wanaka See 3


Auf dem Weg nach Queenstown

Eine der schönsten Gegenden ist der Milford Sound. Um den besten Ausgangspunkt für unsere Fahrt zum Milford Sound zu haben, schlugen wir unser Quatier in Te Anau auf. Zu dieser Stadt gibt es eigentlich nicht viel zu sagen außer das sie ist teuer ist und es dort kaum junge Leute gibt. Die Fahrt zum eigentlichen Sound war sehr beeindruckend. Unseren ersten Stopp machten wir an den Mirror Lakes.


Spiegel See 1


Spiegel See 2


Mit dem Selbsauslöser geschossene Fotos sind meist nicht die Besten...

Das Wetter in dieser Gegend besteht zu 270 Tagen aus Regen und man muss schon sehr viel Glück haben einen Sonnentag zu erwischen. Wie es aber der Zufall wollte hatten wir strahlenden Sonnenschein mit nur ein paar Wölkchen. Als wir den Milford Sound erreichten startete unsere Bootsfahrt entlang des Fjords und hatte ihren krönenden Abschluss mit dem Bad unter einem 130 Meter hohen Wasserfall.


Super Wetter bei der Bootsfahrt Milford Sound


Unter diesem Wasserfall durften wir eine kleine Dusche nehmen.


Milford Sound 2


Milford Sound 3


Milford Sound 4

Da wir eine Nacht im Auto nie wieder erleben wollten, buchten wir unsere Unterkünfte vor. So auch die einzige noch in der Umgebung von Mt Cook vorhandene. Die Kosten dafür beliefen sich auf 10 NZ$ pro Person. Mit meinen „großartigen“ Erfahrungen mit Campsites dachte ich gleich wieder zurück an meinen Bay of Islands Trip und den „tollen“ Campingwagen in dem ich mich wie eine Presswurst fühlte. Mit sehr niedrigen Erwartungen fuhren wir also zu unserer Unterkunft. Das erste mal wurde ich schon überrascht als wir auf ein Farmgelände und nicht auf einen Campingplatz fuhren. Auf diesem Gelände wohnte ein Farmer der mit seinem sehr gut ausgebauten Haus und der Vermietung einiger Räume noch ein wenig Geld dazu verdiente. Zum Zweiten Mal wurde ich von dem Farmer überrascht und deren Ansicht über sein eigenes Land. Mit einer fast weinerlichen Stimme erzählte er uns von der hohen Häftlingsquote, der hohen Kriminalität und den bösen Maoris. Nach einem 20 minütigem Monolog und dem unterdrücken meiner Tränen zeigte er uns unser Zimmer welches richtig genial war. Noch am selben Abend wurde ich ein drittes Mal überrascht als mir der Farmer Bilder von Rostock zeigte. Am nächsten Morgen begegneten wir einem Amerikaner wieder, den wir am Vorabend schon erfolgreich mit einer Flasche Wein verscheuchen konnten (er konnte den Geruch nicht leiden). Dieses Verfahren funktionierte leider am Morgen nicht (da wir beide noch fahren mussten) und so wurden wir zwei Stunden eingeladen uns die Sicht der Amerikaner zum Iraq Krieg und Busch anzuhören. Andere Meinungen waren natürlich nicht zugelassen und so brachen wir zwei Stunden später auf zum Mt Cook. So anstrengend dieser Tag auch angefangen hatte, die atemberaubenden Aussichten führten zu einer sofortigen Entspannung bei super Wetter.


Unsere Farmunterkunft


Auf dem Weg zu unserer Unterkunft waren viele schoene Aussichtspunkte


schoen...


Der Weg zum Mt. Cook


Mt. Cook und ich


Na was wird das wohl sein?


Mt. Cook


Mt. Cook

Den Rest der Reise von Mt. Cook über Christchurch und Kaikura, wo es nur regnete, zurück nach Wellington passierte nicht mehr so viel und wir konnten mit vielen sehr schönen Eindrücken die Südinsel und auch Neuseeland in Richtung Australien verlassen.


Cathedral Rocks


Cathedral Rocks


Elephant Rocks


Elephant Rocks


Steinkugeln am Strand


Steinkugeln am Strand

22 Februar 2007

Die Firma

Nein, das ist nicht der Titel des gleichnamigen Films mit Tom Cruse. Diesmal geht es um eine indische Mietwagenfirma. Aber wartet ab....

Nachdem ich mich in Auckland auf dem Weg zum Flughafen doch noch verfahren hatte, kam ich endlich an. Zum Glück hatte ich das schon eingeplant ;-). Was ich nicht eingeplant hatte war, dass der Flug ca. 45 Minuten Verspätung hatte und das Aussteigen aus dem Flugzeug dann auch noch mal 45 Minuten in Anspruch genommen hat. Das Warten vertrieb ich mir mit einem leckeren Burger... An alle die es jetzt nicht glauben, ja ich habe hier mein Gewicht gehalten, auch wenn der Burgerkonsum gestiegen ist. Steffen erreichte ziemlich erschöpft nach seinem 26 Stunden Flug Auckland.


Fruehstueck im obersten Stock des YWCA Hostels

Am darauf folgenden Tag wollten wir nur kurz zum Supermarkt, um ein wenig Wasser zu kaufen. Da passierte das Unglück: Eine ältere Frau fuhr mit ihrem BMW rückwärts aus der Parklücke und rammte unseren Mietwagen. Unglücklicherweise hatte ich zur Mietkostenminimierung nur eine Versicherung mit 1500 Dollar Selbstbeteiligung abgeschlossen. Daher hatte ich nach diesem Crash eine gewisse Furcht, dass die Mietwagenfirma „Quality Car Rentals“, die mit Qualität wenig zu tun hatte und aus einer indischen Großfamilie besteht, mich über den Tisch zieht. Also nahmen wir alle Daten von der älteren Frau auf und fuhren noch einmal Richtung Mietwagenfirma. Diese nahm den Schaden und unsere Informationen auf und wollten sich darum kümmern. Da der eine indische Sohn, der sonst immer den Schaden bearbeitet, nicht da war, konnten sie uns auch keine Auskunft darüber geben, ob das soweit ok ist. Der Schaden war nur eine Beule in der Seitentür und wir konnten das Auto weiterfahren.


Frau und Beule


Ihr Fuehrerschein (Aehnlichkeiten sind rein zufaellig der Name wurde geaendert und ist nur der Redaktion bekannt :-)

Am selben Tag in der Stadt: Wir waren auf der Suche nach einem Parkplatz und siehe da wir fanden einen, bezahlten den Automaten für das Parkticket und gingen in die Stadt. Als wir eine Stunde später wieder den Parkplatz erreichten, war dieser wiedermal um 15 Dollar teurer geworden. Aber warum? Wir hatten doch bezahlt!!!! Nein, auf einem kleinen Schild an der Seite stand, dass hier nur für fünf Minuten geparkt werden darf. Das erklärte uns auch der Beamte von der Stadt, bot uns aber an, dass wir auf der anderen Straßenseite dafür den Rest des Tages umsonst parken dürften, was wir auch taten.

Die Fahrt nach Wellington über Rotorua, Taupo unserer Übernachtung und National Park passiert dann zum Glück nichts spektakuläres (außer vielleicht die Landschaft).


Zwischenstopp in dem gut richenden Rotorua


Unsere Unterkunft beim Lake Taupo mit super Fruehstueck


In Wellington war super Strandwetter...


Ein Zwischenstopp am Strand mit einem wohltuhenden Bad im Ozean. Achtung!!! Bloss nicht die Sonnenschutzcreme vergessen und das Cappi gegen Sonnenbrand auf dem Kopf ;-)

Das sollte sich in Wellington allerdings wieder ändern. Den Vormittag, bevor es nach Picton auf die Südinsel ging, verbrachten wir jeder getrennt mit shoppen. Wir mussten an diesem Tag unser Auto noch zur Mietwagenfirma bringen, da wir auf der Südinsel einen neuen Wagen gemietet haben, um Transferkosten (Fähre) zu sparen. Ich Sparfuchs, ich ;-)

Eine halbe Stunde vor dem Final Check-In für die Fähre erreichten wir die Mietwagenfirma, die uns von dort aus zur Fähre fahren sollte. Aber niemand war da.... Die Tür zum Büro stand offen, der Computer war an, aber niemand war da. Wir warteten 5, 10 Minuten. Da entdeckte ich an einer der Türen eine Telefonnummer mit dem Hinweis diese anzurufen, wenn jemand zur Fähre gebracht werden möchte. Das tat ich dann auch. Ich brauche hier wohl nicht zu erwähnen das schnell gesprochenes indisch-englisch schwer zu verstehen ist und ich versuchte ihm zu erklären, dass wir in 10 Minuten an der Fähre sein müssten. Er meinte nur „Ja ich komme in 10 Minuten“. Für Steffen war an dieser Stelle schon alles vorbei... Nach 10 Minuten kam der Autovermieter dann auch tatsächlich nur mit einem anderen Pärchen, mit denen er noch die Vertragsabwicklung für den neuen Mietwagen machen musste. Als er Schlussendlich erkannte, wie knapp es für uns war, fuhr er uns schnellstmöglich zur Fähre, die wir Dank der Verspätung auch noch bekamen.

Belohnt wurden wir dafür mit einer sehr schönen Fährüberfahrt und einem schönen 2,5 Liter Sechszylinder auf der anderen Seite. Nun konnte endlich das große Abenteuer Südinsel beginnen.


Faehrueberfahrt


Faehrueberfahrt


Faehre im Hafen


Unser neues Auto

04 Februar 2007

Limits

Ich weiß, dieser Titel ist nicht besonders aussagekräftig, da es verschiedene Arten von Limits gibt. Nehmen wir einmal die nette Polizei oder das Ordnungsamt in Neuseeland. Ist die Parkzeit nur um 5 Minuten überschritten ist schon jemand da und schreibt einen Strafzettel. Da können sich selbst deutsche Politessen noch eine Scheibe abschneiden. In diesem Post geht es allerdings um die Leiden eines armen alten Mannes und dessen körperliche Limits.

Es begann alles in Auckland wo ich mit dem Zug „The Overlander“ in Richtung Wellington aufbrach. Schon beim Einchecken des Gepäcks stellte ich fest, dass die Altersgrenze für diesen Zug wohl jenseits der 60 Jahre Grenze lag. Als sich dann in der Schlange auch noch ein paar Rentner absolut rabiat vordrängten, vergleichbar mit Mittwochs im Aldi, sie könnten ja 3 Minuten kürzer im Zug sitzen und auf die restlichen Leute warten, war mir klar "Ja das wird bestimmt Lustig". Landschaftlich war die Fahrt sehr schön, ich hatte einen Fensterplatz und wir fuhren mitten durch den Tongorino Nationalpark. Die schöne Landschaft konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich mit ca. 300 Rentnern und kleinen Kindern im Zug saß. Um mich nicht Gesprächen über die Enkel, Krankheiten oder die nächste Mahlzeit auseinander setzen zu müssen, versuchte ich ein wenig zu schlafen. Dies dauerte dann sage und schreibe 10 Minuten bis mich ein hochfrequentes Geschrei von einem kleinen Kind weckte. So verbrachte ich die 12 Stunden bis wir endlich Wellington erreichten.

Das YHA Hostel in Wellington ist eins der besseren Hostels in denen ich bis jetzt übernachtet habe und so verbrachte ich vier schöne Tage dort. Mit mir im Zimmer waren Jack (ein Engländer; er war gerade mit dem Rätsel beschäftigt, warum ihn seine Neuseeländische Freundin verlassen hat... versteh einer die Frauen....), Thali eine Israeli (blonde lange Haare, blaue Augen, eben genau so wie ich mir eine Israeli nicht vorgestellt hätte), einem alten Mann (das Schnarchthema mit älteren Männern und auch Frauen hatten wir ja schon) und einem rätselhaften Fremden der stinkbesoffen gegen 5 Uhr morgens ins Mehrbettzimmer kam und den ganzen Tag nicht ansprechbar war.

Am ersten Abend war ich mit Frank zu einem freiem Country Konzert im Botanischen Garten. Da die Gruppe nächste Woche ihre neue CD herausbringen wollte haben sie auch nur ihre eigenen Sachen gespielt, was auf Dauer auch langweilig wurde.


Die Country Band

Die langeweile sollte sich aber schnell wieder legen als ich mich am nächsten Tag mit Joseph (der Teil der Deutschentruppe war obwohl er Tscheche ist) traf. Wir verbrachten einen schönen Abend in 4 Clubs mit tanzen und erzählen. Am nächsten Tag lud er mich wieder zu einem freien Konzert, welches aber um Längen besser war, ein. Auf jeden Fall gefällt mir Wellington wesentlich besser als Auckland.

Weiter ging es mit dem Nacked Bus für 30 NZ$ zum National Park in dem ich schon mit dem Zug gehalten habe. Auf der Fahrt lernte ich Daniela eine Polizistin aus Düsseldorf und Maiken aus Dänemark kennen und wie es der Zufall wollte, übernachteten wir auch noch in dem selben Hostel aber nicht im selben Zimmer, was sich im Nachhinein noch rächen sollte. Aber dazu später.
Zusammen planten wir nicht den 8 Stunden Tages Trip „Tongariro Crossing“ sondern den 3 Tages Trip „Northern Circuit“, der auch einen Großteil des Crossings beinhaltete. Als wir ankamen war super schönes Wetter, noch... Ich packte Sonnenschutzcreme, meine Muetze (gegen Sonnenbrand auf dem Kopf ;-) in meinen Rucksack und freute mich auf den Start unseres Trips.


Der National Park bei schoenem Wetter....

Am Tag unseres Trips allerdings begann es zu regnen. Noch war ich optimistisch und freute mich meine in Auckland erworbene Regenjacke doch endlich auf einer Wandertour einsetzen zu können.


Der Start unseres Trips. Leute v.l.n.r. Tobi, Maiken, Daniela

Im Laufe des Trips erlebten wir wirklich jede Art von Regen. Leichter Nieselregen am Anfang, normaler Regen, Regen mit Nebel, Regen von oben, links, rechts, unten, Regen mit Hagel auf der Kraterspitze, seichter Regen mit Regenbogen und Regen, der wie Fäden aussah. Da wir einen 3 Tages Trip machten brauten wir auch Essen und Klamotten für diese Tage und nahmen jeder einen rund 15kg Rucksack mit auf die Reise. Keiner von uns hatte je einen mehrtägigen Trip gemacht. Mein Rucksack war natürlich Wasserfest, was ihn aber nicht davon abhielt haufenweise Regenwasser in meine Klamotten laufen zu lassen. Das wiederum machte einen 15kg Rucksack mal schnell schwerer. Der Aufstieg zur Spitze des Kraters ist von einer Höhe von 1100 Meter auf eine Höhe von 1900 Meter. Das hört sich vielleicht sehr einfach an, war aber alles andere als das.



Es war geprägt von zwei sehr steilen Aufstiegen, die bei dem sehr starken Wind und dem Regen doch an mein Limit gingen. Bei jedem Schritt musste ich aufpassen wohin ich trete um nicht auszurutschen oder vom Berg geweht zu werden. Beim letzten, steilsten Aufstieg war dann auch schon wieder das Limit erreicht und musste ständig Pause machen und das bei Hagel und Regen und starkem Wind. Der Weg zur sehnsüchtig erwarteten ersten Hütte war auch nicht viel einfacher da nach dem letzten Aufstieg ein sehr rutschiger Abstieg folgte. Meine Klamotten waren währenddessen auch schon komplett durchgeweicht und was meine Regenjacke von aussen abhielt schwitzte ich von innen. Meine Schuhe hatten dem Regen grade mal eine Stunde standgehalten und so stapfte ich die ganze Zeit in einem nassem, warmen Etwas.



Leichter Aufstieg und Regen und Nebel




Leichter Abstieg und Regen und Nebel



Wandern entlang des Kraters mit "super Weitsicht"


Kurze Pause an der Spitze (die Schuhe waren vorher mal hell beige)

Endlich hatten wir die erste Hütte erreicht und dachten doch in unserer Naivität, dass es dort eine schöne heiße Dusche geben könnte... Ha,Ha... Zum Glück gab es dort wenigstens einen Ofen, an dem wir unsere Sachen trocknen konnten. Leider war auch mein Schlafsack leicht nass geworden und ist in der Zeit auch nicht mehr richtig getrocket. Da es in dieser Hütte auch keinen Topf oder ähnliches gab mussten wir die anderen Gäste darum fragen. Wir kochten Spagetti mit Tomatensuppe. Der Geschmack war nicht umwerfend aber nach einen so anstrengenden Tag schmeckte es uns sooooooo gut. Geschlafen haben wir alle auf einer großen Matratze.


Die ersehnte Huette...


Alles war nass und musste getrocknet werden


Zum Glueck hatte ich noch meine Badehose dabei, die auch schnell getrocknet ist.

Der nächste Tag begann so wie der Letzte aufgehört hatte.... mit Regen!!! So entschlossen wir uns also an dieser Stelle unseren Trip abzubrechen und nur das Tangariro Crossing zu beenden.

Um einmal zu zeigen welche Aussicht man von da oben gehabt haette (bei schoenem Wetter), hat mir freundlicherweise ein Paerchen, welches diesen Trip einen Tag vor mir gemacht hat, ein paar Bilder zur Verfuegung gestellt. Dafuer habe ich aber auch ueber eine Stunde Erfahrungen von einer Milchabfuellanlage anhoehren duerfen, was mir spaeter zu einem guten Schlaf verhalf...


Ist das nicht schoen...


und das...


und das...


das waren die Kraterseen von denen wir nur den kleinsten gesehen haben, obwohl wir grade mal 2m an dem groessten vorbei gelaufen sind.


jaja, schoen...

Nach diesen Erfahrungen und etwas Muskelkater ging es zusammen mit Daniela in Richtung Waitomo Caves wo wir einen Abseil-Trip in eine sagenhafte Höhle machten. Leider durfte man keine Kameras mit in die Höhle nehmen und so existiert nur ein 20 Dollar Foto von diesem Trip, was ich natürlich nicht kaufte.


Auf dem Weg um Waitomo


Auf dem Weg um Waitomo


Meine Kleidung zum Abseilen

Nächste Station war Raglan, ein Ort mit sagenhaften Stränden zum Surfen. Nach einem Surfkurs hat es dann auch richtig Spaß gemacht. In dem Hostel konnte man sich viele Dinge, wie Golfschlaeger, Tennisschlaeger, Mountainbike, Segelboot, Kajak und vieles mehr ausborgen. Das wurde natuerlich ausgenutzt und ich bekam von Daniela eine gratis Tennisstunde, die mir zwei uebergrosse Blasen an beiden Fuessen einbrachte. Weil dies noch nicht genug war und wir noch soooooooo viel Energie hatten ging es weiter auf einen Mountainbiketrip. Es ist dort eine sehr schoene Gegend, wenn ich in Neuseeland leben muesste, dann waere es dieser Ort!


Der Mountainbiketrip


Der Strand, an dem ich den naechsten Tag gesurft bin

Nach diesen schönen Tagen war es dann soweit und ich musste zurück nach Auckland um Steffen abzuholen.

Bald folgt auch der Post ueber meine Reise mit Steffen mit vielen spektakulaeren Bildern!!!!
Also immer mal reinschauen ;-)

08 Januar 2007

2260 km und Sonnenbrand

Am 26. Dezember war es jetzt endlich so weit. Die lang ersehnte Reisezeit konnte endlich beginnen. Diese Zeit sollte eigentlich schon 10 Tage früher beginnen aber meine spanische Reisebegleitung machte mir da einen Strich durch die Rechnung indem sie drei Tage vor dem Start der Reise absagte. Geplant waren zwei unabhängige Reisen einmal mit Maria einer Spanierin und danach mit Cris einer Brasilianerin. Nun gut, den Rest der Woche verbrachte ich mit dem stornieren der ersten Reise und dem Planen der Zweiten, was mir dann noch eine Woche mehr in dem für mich mittlerweile schon langweiligen Auckland einbrachte.

Heiligabend verbrachte ich dann auch schön in meinem Hostel und verabredete mich mit ein paar Leuten aus dem Selbigen abends noch etwas zu unternehmen. Ich wahr doch wirklich dem Irrglauben verfallen das ich in Auckland einer 2 Mio Stadt nach 22:00 Uhr noch etwas zu essen bekommen könnte. Es war wie ausgestorben, selbst die sonst so aktiven tiefer gelegten, verspeulerten, Bum Bum Autos waren weit und breit nicht zu sehen oder zu hören. So gut wie alles war geschlossen bis auf einen Kebap Stand. Nach dem Motto „der Hunger treibs rein“ habe ich dann auch ein Gericht probiert... der Geschmack liegt mir jetzt noch auf der Zunge. Ich verbrachte den Rest des Abends, mit ein wenig Bauchweh und dem Verlangen nach einer leckeren Weihnachtsente, die es zu Hause bestimmt gab, im Bett.

Der erste Weihnachtstag verging auch recht schnell. Alle aus meiner letzten Englischklasse hatten sich zu einem Kaffeeklatsch am Nachmittag in der Auckland Domain, einer sehr schönen Parkanlage, verabredet. Jeder brachte süße Sachen mit und wir hatten letztendlich viel zu viel zu Essen. Das musste natürlich abtrainiert werden und wie solls auch anders sein am besten mit Fußball mit einer deutsch – tschechisch- russischen Kombination und später Völkerball in denen Korea und Japan dominierten.

Vor der Reise

Zu einer guten Reise gehört natürlich auch ein gutes Equipment und so war ich im Dezember in Shopping Laune und hab mich erst mal bei Kathmandu mit Reisesachen eingedeckt.




Lets Go!

Am darauf folgenden Tag starteten Cris und ich unseren Urlaub. Dieser erstreckte sich über Bay of Plenty, Central Plateau, East Coast und Coromandel auf einer Strecke von 2260 km.





Mt. Maunganui

Unsere erste Station war auch schon nach 4 Stunden Fahrt erreicht Mt. Maunganui einem Surfer Paradies in der Nähe von Tauranga. Nach ein paar Stunden am Strand gab es von mir zubereitet Spagetti Bolognese und Becks Bier. Nach doch etwas längerer Abstinenz vom Alkohol war es wie ein wenig Heimat und brachte mir einen guten Schlaf.


Bestes Strandwetter zum Baden und relaxen.


Nach einer Weile zog ein Gewitter auf.


Rotorua

Die Freude über den guten Schlaf in Mehrbett- Zimmern(6-11 Betten) sollte ich aber in unserem nächsten Hostel in Rotorua verlieren. Auch das Schnarchen längst keine Männersache mehr ist war mir neu. So stimmten alle, und ich meine wirklich alle außer mir, in ein gemeinsames Kollektivschnarchen, -grunzen ein. Nun wusste ich das eines der wichtigsten Utensilien beim Reisen Ohr Stöpsel sind.

Über Rotorua selbst lag ein „leckerer Duft“ von faulen Eiern (Schwefel), der meiner Reisebegleitung regelmäßig zu Kopfschmerzen verhalf und mir komplett den Gefallen an einem Frühstücksei nahm.
Bei dem Besuch des Huka Parks sahen wir Mud Pools und Heiße Quellen in nahezu jeder Variation. Kochend, spritzend, blupend, blasen werfend, rauchend, stinkend usw...


Mud Pool im Huka Park


Heiße Quelle im Huka Park


Heiße Quelle im Huka Park


Heiße Quelle im Huka Park

Gegen Abend unternahm ich eine kleine Wanderung um den Rotorua See, was sich als gefährlicher herausstellte als ich gedacht hatte. Mein Weg kreuzte eine Vogelkolonie an der ich nur vorbei laufen wollte. Es fing alles mit ein wenig Möwengeschrei an und endete mit einer lebendigen Version des Horrorklassikers Die Vögel von Hitschkok. Die Möwen begannen mich mit Luftangriffen kreischend zu attackieren. Flogen 20 cm über meinem Kopf hinweg und hätte ich mich nicht geduckt hätte die Kamikaze Möwe auch getroffen. Fakt ist, das Schwefel den Möwen wohl nicht so gut tut... Nach dem ich mich dann nach und nach wieder aus der Gefahrenzone in Richtung Auto begeben hatte, nahmen die Angriffe ab.


Vogelgebiet


Angreifende Kamikaze Möwe


Wai-o-Tapu Thermal Wunderland

Am nächsten Tag besuchten wir auf den Weg nach Taupo das Wai-o-Tapu Thermal Wunderland. Als erste Station sahen wir den Lady Knox Geysir. Das verblüffende war jedoch nicht der Geysir sondern, dass all die Touristen die den Start gesehen hatten nach 10 Minuten verschwunden und wir alleine waren.


Lady Knox Geysir


Lady Knox Geysir

In dem Park selbst machten wir eine 2,5 Stunden Wanderung und sahen faszinierende Farben und natürlich durfte auch der gute Eigeruch nicht fehlen.


kochender Champagne Pool


kleiner thermal See


kleiner thermal See


Wer möchte hier nicht mal baden?


Taupo

In Taupo angekommen ging es zum Hostel, wo wir als Erste in unserem Mehrbettzimmer eincheckten, was uns die Möglichkeit bot endlich mal ein Bett auszusuchen. Danach sind wir nur noch in der Gegend herum gefahren und haben einen Segelboottrip gebucht. Aber dazu später...
Auf die Nacht waren wir allerdings nicht vorbereitet. In unserem Zimmer war ein echter Waldarbeiter der die ganze Nacht in einer unglaublichen Lautstärke den Tropischen Regenwald abgeholzt hat. Zu meinem Glück hatte ich meine Ohrstöpsel dabei und konnte ganz gut schlafen, was hingegen alle anderen nicht konnten.
Am nächsten Morgen beim Frühstück, bei welchem uns eine sagenhafte Aussicht über den Taupo See auf die schneebedeckten Gipfel des Mt Ruapehu geboten wurde, wurde fröhlich über die Nacht diskutiert.

Um 10:30 startete unser Segeltrip zu einem Maori Kunstwerk, welches nur über den Wasserweg zu erreichen war. Als wir raus auf die See kamen wurde es plötzlich ganz kalt und ich war froh, mein kürzlich zuvor bei Kathmandu erworbenes Equipment, endlich einzusetzen zu können.


Diese 1926 erbaute hölzernen Yacht gehörte mal Errol Flynn.


Das Maori Kunstwerk




Nach 2,5 Stunden kamen wir etwas durchgefrohren wieder im Hafen an und überlegten uns zu dem schönen Berg zu fahren der uns bei unserem Frühstück so angelacht hatte. Gedacht, getan nach 2 weiteren Stunden erreichten wir den Mt Ruapehu. Der Weg auf die Spitze war allerdings etwas mühsam. Merke: Ein Automatik Auto mit 1,2 Liter Hubraum ist für Berge recht unbrauchbar und hat auch schon bei kleinen Hügeln richtig zu tun! Als wir dann mit 20 - 30 km/h in einem niedrigen Gang endlich angekommen waren und auch schon im Lift saßen wurde dieser kurzerhand abgestellt und wir durften wieder Aussteigen, weil es 2 Minuten vor 16 Uhr war und der Lift nun geschlossen wurde. Vor lauter Ärger bin ich erst mal alleine für eine Stunde klettern gegangen. Es geht doch nichts über eine erschöpfende Aktivität um Aggressionen abzubauen. Zumindest konnte ich den Schnee fast berühren, wäre da nicht eine Schlucht zwischen uns gewesen.










Napier

Am darauf folgenden Tag folgte Napier als Zwischenstation. Über Napier gibt es eigentlich nicht viel zu sagen außer das die Strände nicht weiß sonder schwarz Steinig waren. Das Highlight dieses Tages war dann auch das Abendbrot. Es gab 750g Rump Steak mit Pommes, einem Salat und einer Flasche Wein. Nach diesem selbst zubereiteten, reichhaltigen Essen brauchte ich einen Spaziergang und sah noch einen schönen Sonnenuntergang.






Gisborne

Es war der 31.12.2006 und als nächste Station folgte Gisborne. Auf dem Weg dort hin sahen wir nur eine Tankstelle und sagten uns „Ach ne der Sprit wird schon reichen bis Gisbone“. Aber da hatten wir wohl etwas falsch gedacht... Durch das ständige Berg auf und Berg ab leuchtete die gelbe Benzinlampe ständig. Auf der Suche nach einer Tankstelle in kleinen Dörfern wurden wir auch fündig aber da es der 31.12. war, waren diese geschlossen. Nach ein paar weiteren Dörfern und einer immer mehr verzweifelten Beifahrerin, die richtig Panik machte, entschlossen wir uns in einem Dorf nach Benzin zu schnorren, da auch diese Tankstelle geschlossen war.
Grade ein paar Schritte von unserem Auto entfernt, kam ein freundlicher Kiwi mit seinem Jeep daher und fragte uns was wir für ein Problem hätten. Er fuhr kurz zu seinem Bruder und half uns mit Benzin aus, wofür er nicht einmal Geld haben wollte. Er meinte nur: „Wenn ihr einmal einen Anderen in dieser Situation seht könnt ihr ihm helfen“. Diese Art und Freundlichkeit der Kiwis (außerhalb von Auckland) ist sehr beeindruckend und wird mir auch so in Erinnerung bleiben.

Silvester verbrachten wir in unserem in unserem Quartier, sahen fern „Herr der Ringe“ (was sollte auch anderes laufen in Neuseeland), aßen Pizza und tranken Bier und Wein. Pünktlich zu Mitternacht begann es dann auch richtig stark zu regnen und wir kuschelten uns kurz darauf in unsere Betten und ich träumte vom letzten Jahr Dänemark in dem wir um diese Zeit eine Schneeballschlacht machten.


Besuch eines 606 Meter langen Pier in der Nähe von Gisborne


Neues Jahr neues Glück...

Wir machten uns dann auf in die Coromandel Region. Es ist eine der schönsten Gegenden die ich bis jetzt gesehen habe, bis auf die Eigeruch Gegend, die aber auf Grund dessen einen Stellenwert darunter bekommt.
Kaum dort angekommen, borgte ich mir von dem Hostel ein Kajak aus und ging erst mal auf eine Strand Entdeckungstour. Natürlich wusste ich mich gut mit Sonnenschutzcreme zu behandeln, vergaß aber, dass beim Stylen der Haare kleine Zwischenräume entstehen wo die Sonne ungehindert durchscheinen kann. Nun kann sich bestimmt jeder vorstellen wie unangenehm Sonnenbrand auf dem Kopf ist und das nicht nur beim Duschen mit warmen Wasser. Merke: Hut tut gut!







An den darauf folgenden Tagen verbrachten wir viel Zeit an Stränden (ich natürlich mit einem Hut).


Absolut leerer Strand in der Nähe unseres Hostels


Mondaufgang fotografiert aus meinem Bett im Hostel


Mondschein am Strand


Sonnenuntergang auch in Whitianga


Blick aus meinem Bett direkt auf den Strand und ein paar Hügel


Blick auf Coromandel City


Coromandel

Bei dem Besuch des Cathedral Cove, brannte gerade die hölzerne Brücke von dem 1,5 Stunden Wanderweg und wir buchten kurzerhand eine Kajaktour. Diese hat sich auf jeden Fall gelohnt und ist sehr zu empfehlen.


Cathedral Cove


Cathedral Cove unsere Kajaks


Cathedral Cove


Fazit:
Das war ein wirklich schöner Anfang meiner Reisezeit. Zwar habe ich immer noch Sonnenbrand auf dem Kopf aber der geht hoffentlich bald weg. Jetzt bin ich dabei die Reisevorbereitungen für die Südinsel zu treffen. Diese Zeit werde ich mit Steffen einem guten Freund aus Deutschland verbringen. Ich freue mich schon darauf!